| Avalanches / Lawinen |
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Was ist eine Lawine? Lawinen sind große Massen von Eis oder Schnee, die sich von Berghängen ablösen und zum Tal gleiten oder stürzen. Der Begriff Lawine kann auch im Zusammenhang mit anderen abrutschenden Materialien verwendet werden. So spricht man z. B. von Gesteins- (Geröll-) oder Schlammlawinen, auch Muren genannt. Diese Lawinenarten werden zu den Naturkatastrophen gezählt. Eine Dachlawine ist eine Schneelawine im Kleinen. Abhängig von der Art ihres Abgangs unterscheidet man zwei grundsätzliche Arten von Schneelawinen und zwar nach der Art ihres Anrisses: Lockerschneelawinen Lockerschneelawinen oder Staublawinen entstehen, wenn eine große Schneemasse einen steilen Hang hinabstürzt und dabei weiteren Schnee aufnimmt. Sie reißen punktförmig an und die Stirn der Lawine wird beständig höher. In einer Lockerschneelawine wird der Schnee aufgewirbelt, sodass ein Schnee-Luft-Gemisch entsteht. Eine solche Lawine breitet sich zu Beginn mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 km/h aus, was sich aber noch auf bis zu 300 km/h steigern kann. Einher mit der Lockerschneelawine gehen gewaltige Luftdruckschwankungen, die tödlich sein können. Durch diese Druckschwankungen, die den Bedingungen in einem Wirbelsturm gleichen können, kommt es zu den großen Zerstörungen. Bäume werden abgeknickt, Hausdächer weggerissen und Fenster eingedrückt, wodurch Schnee in das Haus eindringt. Eine weitere Gefahr besteht durch herumfliegende Gegenstände. Gelangt das Schnee-Luft-Gemisch in die Lunge von Menschen oder Tieren, so führt dies in der Regel nach kurzer Zeit zum Tode durch Ersticken. Lockerschneelawinen können sich bereits durch Lärm, z. B. durch lautes Rufen, ablösen. Schneebrettlawinen Schneebrettlawinen entstehen, wenn ausgedehnte Schichten der Schneedecke - zumeist aus Triebschnee - zusammenhängend abrutschen. Sie stellen die klassische Gefahrenlawine für Schneesportler und Bergsteiger dar. Opfer einer solchen Lawine sterben oftmals nicht durch Ersticken, sondern durch den Aufprall an Felsen etc. Der Begriff Schneebrett ist etwas irreführend, suggeriert er doch eine harte Beschaffenheit. In der Realität kommen jedoch auch in sehr weichem, schwer erkennbarem Triebschnee flächige Lawinenauslösungen vor. Schneebrettlawinen können bereits durch kleine zusätzliche Belastungen, z. B. das Gewicht eines Skifahrers, ausgelöst werden. Sie können sich aber genauso infolge einer natürlichen Belastungszunahme (Schneefall) oder eines Festigkeitsverlustes in der Schneedecke selbst auslösen (z. B. durch schnelle Erwärmung). Im Verlauf des Abgangs kann sich eine Schneebrettlawine in eine Lockerschneelawine umwandeln. |
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Entstehung von Lawinen An der Entstehung einer Lawine sind viele Faktoren beteiligt, die sich gegenseitig verstärken oder abschwächen können. Man kann die Entstehung einer Lawine nicht unabhängig von der Art der Lawine betrachten, da es sich z. B. bei Schneebrettern und Nassschneelawinen um ziemlich unterschiedliche Prozesse handelt. Auch die Gefahrenbeurteilung ist sehr unterschiedlich. Für Schneebretter gilt im Wesentlichen das Folgende: Die Gefahr eines Lawinenabgangs ist bei Hangneigungen zwischen 25° und 45° besonders hoch (wobei stärkere Hangneigung einen Lawinenabgang i.A. begünstigt - vergleiche hierzu die Kräfte an der Schiefen Ebene). Ein weiterer Geländefaktor, der eine Lawine bedingen kann, ist die Bodenbedeckung (so gehen Lawinen in der Regel an unbewachsenen Hängen ab, weil dort die Reibung geringer ist und sich größere Schneebretter bilden können). Dies gilt jedoch nur mit Einschränkungen: Der Bewuchs muss aus der Schneedecke herausragen und dicht genug sein (lichter Wald reicht nicht). Bestimmte Arten von Bewuchs können die Lawinenbildung sogar begünstigen, indem sie die Bildung von Hohlräumen in der Schneedecke fördern (eingeschneite Latschen, Schwarzerlen etc.). Insbesondere niedergedrücktes Altgras bildet regelrechte Gleithorizonte aus. Eine weitere Rolle spielt die Hanglage (Nordhänge sind der Sonnenstrahlung abgewandt, wodurch die abbauende Umwandlung - die langsame Entspannung und Verfestigung der Schneedecke - verlangsamt und Gefahrenstellen länger konserviert werden). Je mehr Neuschnee gefallen ist, desto größer wird die Lawinengefahr, denn Neuschnee ist im Vergleich zu älterem Schnee sehr locker und kommt somit leicht ins Rutschen. Er kann auch durch den Wind verfrachtet werden. Verfrachteter Schnee (so genannter Triebschnee) lagert sich an Hängen ab, die im Windschatten liegen und bildet dort Schneewehen oder Schneewechten. Dieser verfrachtete Schnee kann unter großer Spannung stehen, so dass bereits kleinste Störeinflüsse von außen für eine Auslösung genügen können. Triebschnee kann sowohl hart als auch weich sein und ist dadurch nicht einfach zu erkennen. Auch nach der Einschneiung durch nachfolgende Schneefälle behält er sein Gefahrenpotenzial bei. Wenn viel Schnee in kurzer Zeit auf einem Hang zu liegen kommt, wächst die Belastung der Schneedecke durch das zusätzliche Gewicht schneller als die Setzung und Verfestigung voranschreiten kann. Der Druck auf die unteren Schichten wird so groß, dass diese der Belastung nicht mehr standhalten. Bereits das zusätzliche Gewicht eines Skifahrers kann dazu führen, dass die Schneeschichten ins Rutschen geraten und es zu einem Lawinenabgang kommt. Besonders instabil sind nasser Schnee und Triebschnee. In die Schneedecke eingelagerte Zwischenschichten (z. B. Raureif, Schwimmschnee oder Eislamellen) tragen oft zur Verschärfung der Situation bei und bilden die Gleithorizonte, auf denen die darüberliegende Schneedecke abrutscht. Je tiefer die Temperatur ist, desto länger dauert es, bis sich Schichten aus Neuschnee verfestigen. Jedoch können auch steigende Temperaturen die Lawinengefahr erhöhen, weil die Schneedecke durch Schmelzwasser destabilisiert wird. Diese Instabilität entsteht durch Umwandlung der Formen der Schneekristalle. Grundsätzlich hat also jeder Temperaturwechsel eine Veränderung der Lage zur Folge. |
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Lawinenwarnungen und Lawinenschutz In den Alpenländern, den USA, Kanada und Japan wird ein großer Aufwand betrieben, um die Bevölkerung vor Lawinenabgängen zu schützen. Die aktuelle Lawinengefahr für ein bestimmtes Gebiet wird in den Gefahrenstufen 1 - 5 in der europäischen Lawinengefahrenskala angegeben. Diese aktuelle Lawinenwarnstufe wird in den Alpenländern von den Lawinenwarndiensten jeden Tag bekanntgegeben. Örtliche Lawinenkommissionen beraten die örtlichen Behörden hinsichtlich der Erforderlichkeit von Schutzmaßnahmen für Siedlungen, Skigebiete und Verkehrswege. Die Maßnahmen zum Lawinenschutz unterteilt man in zwei Gruppen:
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